SC BÜCHEREMPFEHLUNG MÄRZ 2026

Published
31. März 2026
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Metamorphosen. Emanuele Coccia, 2024. Universität Tallinn

Uns alle hat das Rätsel fasziniert, wie sich eine Raupe in einen Schmetterling verwandelt. Zwei Körper teilen ein und dasselbe Leben – zwei Körper, die anatomisch, ethologisch und ökologisch nichts miteinander gemeinsam haben. Und dennoch sind sie ein und dasselbe Leben, ein und dasselbe Ich. Dieses Buch zeigt, dass die Metamorphose – das Phänomen, das es demselben Leben ermöglicht, in unterschiedlichen Körpern zu existieren – zugleich die Beziehung ist, die alle Arten miteinander verbindet und Lebewesen mit Mineralien vereint. Bakterien, Viren, Pilze, Pflanzen, Tiere – wir alle sind Teil ein und desselben Lebens. Jede Art ist das Ergebnis vorheriger Metamorphosen; alles, was lebt, bildet ein Ganzes. Jedes einzelne Leben ist wiederum eine Metamorphose des unendlichen Körpers der Welt. Wir sind der Schmetterling jener gewaltigen Raupe, die unsere Erde ist.

Emanuele Coccia (geb. 1976) ist ein aus Italien stammender französischer Philosoph, der in den letzten Jahren weltweit Aufmerksamkeit als origineller Denker der belebten Natur erlangt hat. Er interpretiert das Pflanzenleben sowohl allgemein als auch in Bezug auf das menschliche Leben neu. Sein Ansatz kann als Erweiterung der Philosophie in den Bereich der Biologie und der Deutung des Lebens als solchem verstanden werden. Coccias Werk zeichnet sich durch bildhafte Sprache und einen essayistischen Stil aus.

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